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Biomarker: Wichtige Blutwerte bei Herzerkrankungen

Symptome wie Atemnot, Erschöpfung oder Ödeme sind oft unspezifisch – das heißt, sie können durch eine Herzschwäche verursacht sein, müssen es aber nicht. Um andere Erkrankungen auszuschließen, lassen Mediziner im Blut nach bestimmten, sogenannten Biomarkern suchen. BNP, NT-proBNP sowie Troponin gelten dabei als zuverlässige Indikatoren sowohl für die Diagnose Herzinsuffizienz als auch für die Therapiekontrolle.

Biomarker: Wichtige Blutwerte bei Herzerkrankungen

Biomarker sind körpereigene Signalstoffe und Moleküle, zum Beispiel Eiweiß- oder Fettverbindungen, die unsere Organe im Rahmen eines Krankheitsprozesses vermehrt ausschütten oder auch ganz neu bilden. Im Zusammenhang mit einer Herzschädigung wie Herzmuskelschaden, Herzinsuffizienz oder Herzinfarkt liegt das Augenmerk der Mediziner vor allem auf den Verbindungen BNP beziehungsweise dem damit eng verwandten NT-proBNP sowie Troponin. Sie helfen dabei, zunächst unklare Symptome richtig einzuordnen oder auch andere Ursachen für die Beschwerden auszuschließen.

BNP und NT-proBNP

Als zuverlässige Herzinsuffizienz-Biomarker dienen dem Arzt zwei Hormone aus der Gruppe der natriuretischen Peptide, nämlich das Protein BNP (brain natriuretic peptide) und eine Vorstufe davon, das NT-proBNP (N-terminales pro-BNP).
BNP wird fast ausschließlich in den Herzkammern gebildet. Es regt unter anderem die Nieren an, Flüssigkeit auszuscheiden. Wenn der Druck im Herzen ansteigt, etwa durch zu hohen Blutdruck oder durch einen Rückstau bei einer akuten Herzinsuffizienz, setzen die Herzmuskelzellen BNP frei. Das bewirkt zum einen, dass die Nieren mehr Wasser ausscheiden, und zum anderen, dass sich die Blutgefäße erweitern. Dadurch nimmt das Blutvolumen wieder ab und der Blutdruck sinkt.
Im Fall von plötzlich auftretenden, schweren Symptomen (akute Herzinsuffizienz) gilt ein BNP-Wert von mehr als 100 Nanogramm pro Liter Blut als erhöht. Beim Verdacht auf eine chronische Herzinsuffizienz mit schleichendem Beginn liegt der BNP-Grenzwert dagegen bereits bei mindestens 35 Nanogramm pro Liter Blut.

NT-proBNP ist, kurz gesagt, eine Vorstufe des BNP: Es ist im Blut länger nachweisbar, daher lassen Mediziner bei einer Blutuntersuchung auch diesen Wert bestimmen. Als Grenzwert bei einer chronischen Herzinsuffizienz gelten laut Deutscher Gesellschaft für Kardiologie 125 Nanogramm pro Liter Blut, bei einer akuten Herzinsuffizienz sind es 300 Nanogramm pro Liter Blut.

Beide Stoffe zeigen an, wie hoch die sogenannte Wandspannung im Herzen ist, also letztlich, wie groß der Druck und damit die Belastung sind. Erhöhte BNP- und NT-proBNP-Werte kennzeichnen eine erhöhte Wandspannung bzw. Überlastung und damit eine Herzinsuffizienz. Je höher die Werte, desto ausgeprägter die Herzinsuffizienz.

Troponin

Kardiales Troponin (cTn) ist ein Eiweißkomplex, der aus drei Untereinheiten besteht, von denen zwei nur im Herzmuskel vorkommen (cTnT und cTnI). Ist das Herz beispielsweise durch einen Herzinfarkt, eine Herzschwäche oder eine Herzklappenerkrankung geschädigt, setzen die Muskelzellen aufgrund der Überlastung vermehrt cTnT und cTnI ins Blut frei. Ein erhöhter Troponin-Wert ist daher ein Indikator für eine Herzschädigung. Meist bestimmt der Arzt den Troponin-Wert im Rahmen der Herzinfarkt-Akutdiagnostik oder -Verlaufskontrolle. Nach einem Herzinfarkt ist der Troponin-Wert nämlich erhöht: Er steigt etwa drei Stunden nach einem Herzinfarkt an, erreicht nach etwa 24 Stunden seinen Höchstwert und sinkt in den nächsten 10 bis 14 Tagen wieder auf den Normalwert.
Doch auch bei einem Verdacht auf eine Herzinsuffizienz kann die Bestimmung des Troponin-Werts Hinweise auf die zugrundeliegende Ursache liefern, beispielsweise eine Durchblutungsstörung des Herzens.

Gut zu wissen:

Grundsätzlich gilt: Je höher der Troponin-Wert, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit eines Herzinfarkts.

Hohe Biomarker-Werte auch bei anderen Krankheiten

Die Ursache für auffällig hohe Biomarker-Werte für Troponin, BNP oder NT-proBNP sollte grundsätzlich genau abgeklärt werden, denn sie können auch bei anderen Erkrankungen erhöht sein – etwa bei akutem Nierenversagen, rheumatischen Erkrankungen, einer Lungen- oder Lebererkrankung. 

Gut zu wissen:

Herzpatienten sollten ihr Blut regelmäßig auf Biomarker hin untersuchen lassen. So kann der Arzt auch erkennen, ob eine Therapie wirkt

 

Autorin: Andrea Böttcher, medproduction GmbH, www.medproduction.de

Datum: Juni 2018

Quellen:
www.dgk.org/pressemitteilungen/jahres-pk/jahres-pk-aussendungen/biomarker-troponin-rasche-und-sichere-herzinfarkt-diagnose-neue-moeglichkeiten-der-risikoabschaetzung-und-therapiekontrolle-bei-anderen-herzerkrankungen/

www.internisten-im-netz.de/mediathek/blutbild-erklaerung/troponin-t.html

www.diepresse.com/home/leben/gesundheit/5257949/Herzinfarkt_TroponinErhoehung-als-deutlicher-Risikofaktor

www.healthcare-in-europe.com/de/story/18878-warum-biomarker-in-der-diagnostik-unverzichtbar-sind.html

www.herzstiftung.de/pressemeldungen_artikel.php?articles_ID=432

www.herzstiftung.de/pdf/zeitschriften/HH1_07_Blickpunkt.pdf

www.leitlinien.dgk.org/2017/pocket-leitlinie-herzinsuffizienz-version-2017/

www.escardio.org/Guidelines/Clinical-Practice-Guidelines/Acute-and-Chronic-Heart-Failure

9-GE-5-8190-02 06-2018

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