Behandlung der Trikuspidalklappeninsuffizienz

 

Die Trikuspidalklappe befindet sich in der rechten Herzhälfte und ist an der Regulierung des Blutflusses aus dem Herzen in den Lungenkreislauf beteiligt. Sie verhindert, dass venöses Blut aus der rechten Herzkammer in den rechten Vorhof zurückfließt.

Trikuspidalklappenstenose

Ärzte sprechen bei einer Verengung der Trikuspidalklappenöffnung von einer Trikuspidalklappenstenose. Wenn sich durch die Verengung Blut in den Körperkreislauf zurückstaut, kommt es zu typischen Symptomen wie Wassereinlagerungen (Ödemen), Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Aufstoßen. Meist wird eine Trikuspidalklappenstenose durch rheumatisches Fieber verursacht. Da rheumatisches Fieber heutzutage in Ländern wie Deutschland kaum noch vorkommt, handelt es sich auch bei der Trikuspidalklappenstenose um eine eher seltene Erkrankung. Andere mögliche Ursachen für eine Trikuspidalklappenstenose können beispielsweise ein Tumor oder ein Blutgerinnsel sein.

Was ist eine Trikuspidalklappeninsuffizienz?

Die auch als Trikuspidalinsuffizienz (TI) bezeichnete Undichtigkeit der Trikuspidalklappe ist eine häufige Erkrankung. Oft strömt aber nur ein kleiner Teil des Blutes zurück in den rechten Vorhof, sodass es nicht zu Beschwerden kommt. Eine Trikuspidalinsuffizienz tritt meist nicht allein, sondern als Folge einer anderen Erkrankung des Herzens auf, beispielsweise einer Herzinsuffizienz (Herzschwäche), denn wenn die rechte Herzhälfte sich vergrößert, wird die Trikuspidalklappe auseinandergezogen und kann dann nicht mehr richtig schließen. In schweren Fällen kann das Herz das Blut dann nicht mehr wirksam in den Lungenkreislauf pumpen, sodass es sich in den Körperkreislauf zurückstaut. Es kann dann zu ähnlichen Symptomen wie bei einer Trikuspidalklappenstenose kommen, z.B. Wassereinlagerungen (Ödemen), Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Aufstoßen.

Symptom Check

Wie geht es Ihnen? Finden Sie es jetzt heraus.

MEHR ERFAHREN

 

Symptome

Die Anzeichen und Symptome der Trikuspidalinsuffizienz hängen davon ab, wie fortgeschritten die Insuffizienz ist und wie schnell sie sich entwickelt hat. Manchmal verursacht sie nur wenige oder gar keine Symptome. Wenn jedoch Symptome vorliegen – vor allem bei einer schweren Trikuspidalinsuffizienz – können das die Folgenden sein:

Kurzatmigkeit, insbesondere nach Anstrengung oder im Liegen

Benommenheit, kurze Bewusstlosigkeit, „Schwarzwerden“ vor den Augen

Übermäßige Wassereinlagerung, geschwollene Füße und Fußknöchel

Schwächegefühl und Erschöpfung, vor allem bei erhöhter Aktivität (z.B. Treppensteigen)

Reizhusten, der sich im Liegen oft verschlechtertn

Übermäßiges nächtliches Wasserlassen

Appetitlosigkeit
 

Herzklopfen, Gefühl eines schnellen, flatternden Herzschlags

Eine undichte Herzklappe wird lange vom Körper toleriert, ohne dass die Betroffenen zwangsläufig etwas davon bemerken. Wenn das Herz das zurückfließende Blut jedoch nicht mehr durch eine erhöhte Leistung ausgleichen kann, staut es sich in den Lungenkreislauf zurück. Wenn Beschwerden auftreten, liegt häufig schon eine fortgeschrittene
Herzklappenerkrankung vor.

Eine Trikuspidalinsuffizienz kann in fortgeschrittenen Stadien dazu führen, dass die Leber und die Nieren nicht mehr richtig funktionieren und unbehandelt sogar zu einem Herzversagen führen. Deshalb gilt, dass die schwere Trikuspidalinsuffizienz eine ernstzunehmende Erkrankung ist, die eine rechtzeitige Behandlung erfordert.

Diagnose

Besteht der Verdacht einer Trikuspidalinsuffizienz (TI), können verschiedene Verfahren von Ihrer Ärtzin/Ihrem Arzt angewendet werden, um diese gezielt feststellen zu können. 

  • Auskultation (Abhören)

    Das Abhören Ihres Herzens mit einem Stethoskop ist die erste Maßnahme bei einem Verdacht auf eine Trikuspidalinsuffizienz. Der Rückfluss des Blutes aus der rechten Herzkammer durch die erkrankte Trikuspidalklappe in den rechten Vorhof des Herzens ist durch das Stethoskop gut hörbar.

  • Elektrokardiogramm-Untersuchung (EKG)

    Bei einer EKG-Untersuchung wird die Herzaktivität elektronisch aufgezeichnet. Dies ermöglicht das Erkennen eines anormalen Herzschlags wie Vorhofflimmern oder einem geschädigten Herzmuskel. Eine Trikuspidalinsuffizienz wird durch ein EKG jedoch nur unspezifisch ersichtlich.

  • Röntgenaufnahme

    Durch eine Herz- oder Trikuspidalinsuffizienz ist das Herz vergrößert, da das Herz versucht die schwächere Pumpleistung auszugleichen. Dies wird auf Röntgenbildern gut ersichtlich. Außerdem können so Lungenerkrankungen erkannt werden, die durch eine TI verursacht wurden.

  • Ultraschalluntersuchung

    Eine Ultraschalluntersuchung des Herzens, eine sogenannte Echokardiographie ist eines der wichtigsten und aufschlussreichsten Diagnoseverfahren, um eine TI feststellen zu können. Hierbei kann die Ärztin/der Arzt den Blutrückstrom aus der rechten Herzkammer in den rechten Vorhof und die Vergrößerung des rechten Vorhofes sehen. Zudem kann die Schwere der Undichtigkeit der Trikuspidalklappe und die Ursache dieser erkannt werden. 
    Eine Echokardiographie kann von außen (Transthorakale Echokardiographie, kurz: TTE) und über die Speiseröhre auch von innen (Transösophageale Echokardiographie, kurz: TEE, auch als Schluckecho bekannt) durchgeführt werden. Der Ultraschall über die Speiseröhre wird notwendig, wenn von außen keine ausreichende Beurteilung möglich ist.

    Darüber hinaus können auch Blutwerte wichtige Informationen über die Schwere einer Herz- oder Trikuspidalinsuffizienz liefern. Beispielsweise steigt die Konzentration eines bestimmten Eiweißes, des sogenannten B-Typ natriuretischen Peptids (BNP) im Blut an, sollte eine Herzschwäche vorliegen.

Kliniksuche Herzzentrum

Suchen Sie eine Klinik oder nach Kardiologen in Ihrer Nähe.

MEHR ERFAHREN

Wie funktioniert die TriClip™ Therapie?

Die kathetergestützte Trikuspidalklappenreparatur stellt eine schonendere Alternative zu einem Trikuspidalklappenersatz dar. Dabei handelt es sich um ein minimalinvasives Verfahren, das unter bestimmten Voraussetzungen angewandt wird, um den Schließmechanismus der Trikuspidalklappe wieder herzustellen. Der TriClip™ ist die erste segelbasierte, speziell für die Behandlung der Trikuspidalinsuffizienz zugelassene, Katheter-gestützte Trikuspidalklappen-Reparatur.
Kardiologinnen und Kardiologen sowie Herzchirurginnen und Herzchirurgen, die dieses Verfahren anwenden, können die Trikuspidalklappe reparieren, indem sie einen „Clip“ an den Gewebesegeln befestigen. Dieser Trikuspidalklappen-Clip, kurz TriClip™, fungiert wie eine Art Klammer und sorgt dafür, dass die Klappe besser schließt. Auf diese Weise hilft der Clip dabei, den normalen Blutfluss durch das Herz wiederherzustellen und die Trikuspidalklappe beim Schließen wieder abzudichten.

Wie funktioniert der Eingriff?

Das minimalinvasive Verfahren funktioniert ganz ohne die Öffnung des Brustkorbs und den Anschluss an eine Herz-Lungen-Maschine. Stattdessen wird der TriClip™ mithilfe eines Führungskatheters über eine Beinvene in der Leiste bis zum Herzen vorgeschoben. Dort wird der Clip von der Größe einer 1-Cent-Münze gezielt an der defekten Trikuspidalklappe positioniert. Ob der Clip richtig eingesetzt wurde und die Trikuspidalklappe wieder besser schließt, können die Ärztinnen und Ärzte bereits während des Eingriffs beurteilen. Durch einen 3D-Ultraschall, der in Echtzeit den Ablauf am schlagenden Herzen darstellt, lässt sich die Position der Clips bzw. die Funktionsfähigkeit der Trikuspidalklappe kontrollieren. 
Die Intervention erfolgt unter Vollnarkose. Nach dem Eingriff bleiben die Patientinnen und Patienten daher noch für ein paar Tage zur Beobachtung im Krankenhaus.

Prozedurale Schritte

Nach dem Eingriff

Nach einer perkutanen Trikuspidalklappenrekonstruktion mit dem TriClip™ bleibt der Patient zunächst 24 Stunden auf der Intensivstation und wird danach drei bis fünf Tage auf der normalen Krankenhausstation überwacht. Dies sind nur Richtwerte – die behandelnden Ärzte werden die Dauer des Aufenthalts jeweils nach den individuellen Bedürfnissen und den gesundheitlichen Erfordernissen ausrichten.1

Bei den meisten Patientinnen und Patienten tritt bereits direkt nach dem Eingriff eine Besserung der klinischen Symptome (Besserung der Luftnot und Belastbarkeit) ein. Dennoch müssen nach einer perkutanen Trikuspidalklappenrekonstruktion weiterhin Medikamente eingenommen werden, insbesondere zur Blutverdünnung und ggf. zur Behandlung einer eventuell bestehenden Herzinsuffizienz. Es ist sehr wichtig, dass die Anweisungen der Ärztin oder des Arztes in Bezug auf Medikamente, die anschließend eingenommen werden müssen, befolgt werden, um die Gesundheit nicht zu gefährden.1

Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus sollten anstrengende Aktivitäten (wie z.B. Heben und Tragen) für mindestens 30 Tage vermieden werden. Die meisten Betroffenen, die einen TriClip™ erhalten haben, brauchen danach zu Hause keine spezielle Hilfe, die über die erforderliche aktuelle Versorgung für alle anderen Erkrankungen hinausgeht.1

Die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt wird Ihnen deshalb nach dem Eingriff den TriClip™ Patientenausweis aushändigen, den Sie dann immer bei sich tragen sollten.

Videos mit Patientenberichten

Aortenklappenstenose – Wie fühlt sich das an, wie wird es erkannt?

Patientengeschichte MitraClip™ Behandlung

Patientin im Interview nach MitraClip™ Behandlung

Herzschwäche - Patientin und behandelnder Arzt in Gespräch

Leben mit der neuen Klappe nach TAVI

Alle Videos

TRIKUSPIDALKLAPPENDEFEKTE: WELCHE THERAPIEMÖGLICHKEITEN GIBT ES?

Undichte oder verengte Trikuspidalklappen können zu Symptomen der Kurzatmigkeit ...

MEHR ERFAHREN

GUT VORBEREITET ZUM ARZTGESPRÄCH


Das Gespräch mit dem Arzt ist ein wichtiger Termin. Starke Emotionen und Nervosität machen es vielen ...

MEHR ERFAHREN

Zum Nachlesen und Herunterladen


Finden Sie hier detailliertes Informationsmaterial zu Herzklappenerkrankungen.

MEHR ERFAHREN

  • Quellen

    Quellen:

    1. Paul Sorajja et al. Transcatheter Repair for Patients with Tricuspid Regurgitation. N Engl J Med. 2023, DOI: 10.1056/NEJMoa2300525

Erkrankungen 9-GE-5-14360-02 07-2023
Symptome 9-GE-5-14365-02 07-2023
Diagnose 9-GE-5-14366-02 07-2023
TriClip™Therapie 9-GE-5-14367-02 07-2023
Nach dem Eingriff 9-GE-5-14368-02 07-2023