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Wie Herzinsuffizienz-Ambulanzen zu einer bestmöglichen Versorgung beitragen können

Geballte Herzkompetenz von Experten verschiedener Fachrichtungen unter einem Dach – das finden Menschen mit Herzschwäche (Herzinsuffizienz) in sogenannten Herzinsuffizienz-Ambulanzen (kurz: HI-Ambulanzen). Von der fachübergreifenden Behandlung in diesen speziellen Beratungs- und Behandlungszentren an Krankenhäusern profitieren alle Betroffenen: solche, die den Verdacht auf eine Herzerkrankung haben, genauso wie solche, bei denen die Erkrankung schon länger besteht oder die eine Operation benötigen.

Wie Herzinsuffizienz-Ambulanzen zu einer bestmöglichen Versorgung beitragen können

Bei dem Verdacht, dass mit dem Herzen etwas nicht stimmt, führt der erste Weg meist zum Hausarzt. Je nachdem, ob es sich noch um leichte Beschwerden handelt oder die Herzschwäche schon weiter fortgeschritten ist, wird er Betroffene an einen Kardiologen überweisen, da dieser über spezifischere Untersuchungsmethoden verfügt. Das kann ein niedergelassener Kardiologe sein oder auch einer, der im Krankenhaus tätig ist. Zu Diagnose und Therapie tauschen die beiden Arztgruppen sich aus und arbeiten eng zusammen. Der Patient wird auch weiterhin von seinem Hausarzt betreut werden, wenn er beispielsweise ein neues Rezept für ein Medikament benötigt, das ihm der Kardiologe verschrieben hat. Ist durch eine fortgeschrittene Herzinsuffizienz beispielsweise die Nierenfunktion beeinträchtigt, kommt noch eine dritte Fachgruppe zur Behandlung hinzu, nämlich ein Nierenarzt (Nephrologe). Auch mit ihm sollten sich die anderen beiden Ärzte eng abstimmen, um eine bestmögliche Therapie für den Patienten zu erzielen. Da die Fachärzte nicht unbedingt am gleichen Ort sitzen, möglicherweise nicht einmal in der gleichen Stadt, haben Betroffene oft weite Wege auf sich zu nehmen und die Abstimmungen sind unter Umständen langwierig und zeitintensiv. Doch das geht auch einfacher – in sogenannten Herzinsuffizienz-Ambulanzen (kurz: HI-Ambulanzen).

Alle Fachrichtungen unter einem Dach

Um Menschen mit Herzinsuffizienz bestmöglich zu untersuchen und zu behandeln und die Abstimmung aller am Behandlungsprozess beteiligten Fachgruppen so schnell und einfach wie möglich zu gestalten, gibt es immer häufiger HI-Ambulanzen. Diese speziellen Einrichtungen für Menschen mit Herzschwäche sind meist in Krankenhäusern angesiedelt und für alle Betroffenen, egal in welchem Stadium der Erkrankung, geeignete Anlaufstellen. So gibt es spezielle HI-Sprechstunden für Untersuchungen und Beratungen, aber auch eine enge Zusammenarbeit zwischen den Kardiologen und Herzchirurgen der Klinik, die sich über die bestmögliche Therapie der Herzinsuffizienz-Patienten austauschen und abstimmen. Die Therapie beinhaltet je nach Stadium in der Regel Medikamente und unter Umständen auch invasive Eingriffe, über deren Vor- und Nachteile die verschiedenen Fachgruppen ausgiebig beraten.



Interdisziplinäre Versorgung – von ambulant bis stationär

Eine weitere Folge der koronaren Herzkrankheit kann eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) sein, denn durch die mangelnde Durchblutung des Herzens lässt die Pumpkraft mit der Zeit nach. Je nachdem, welcher Teil des Herzens betroffen ist, äußert sich eine Herzinsuffizienz unterschiedlich: Eine geschwächte rechte Herzhälfte (Rechtsherzschwäche) führt zu Blutstauungen in den Venen und Wassereinlagerungen in den Beinen, bei fortgeschrittener Herzschwäche auch der Bauchhöhle oder Leber. Bei einer geschwächten linken Herzhälfte (Linksherzschwäche) staut sich das Blut in die Gefäße zurück, die normalerweise das sauerstoffreiche Blut aus der Lunge zum Herzen transportieren. Dies kann vor allem bei körperlicher Anstrengung zu Luftnot führen. Eine Links- und Rechtsherzschwäche können auch zusammen auftreten.

Es kann immer wieder einmal vorkommen, dass eine bestehende Therapie nicht gut genug anschlägt und ein einzelner Arzt trotz seiner Expertise nicht weiterkommt. Dann kann er seinen Patienten in eine HI-Ambulanz überweisen und in die vielen umsorgenden Hände eines ganzen Behandlungsteams übergeben. Sie können Betroffene engmaschig betreuen und den Therapieerfolg detailliert überwachen. Neben dem interdisziplinären Ärzte-Team gehören zum Team oft beispielsweise auch speziell geschulte HI-Pflegekräfte, aber auch Psychologen oder Ernährungsmediziner.
Die Angebote unterscheiden sich jedoch von HI-Ambulanz zu HI-Ambulanz: Bieten einige vor allem ausführliche Beratungen an, sind andere so gut aufgestellt, dass sich Patienten auch stationär behandeln lassen können und sogar Herztransplantationen möglich sind.

Wer sich für diese Form der Beratung und Therapie interessiert, sollte sich bei den Krankenhäusern in seiner Stadt erkundigen, ob es dort eine HI-Ambulanz gibt.

Tipp: Einige HI-Ambulanzen sind an sogenannte HFU-Krankenhäuser (HFU = Heart Failure Unit) angebunden. Dies sind spezielle Zentren, die von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) zertifiziert sind. In welchen Städten Deutschlands es ein solches Angebot gibt, können Sie auf der Internetseite der DGK über eine Karte mit Suchfunktion herausfinden.

 

Autorin: Andrea Böttcher, medproduction GmbH, www.medproduction.de

Datum: Mai 2019

Quellen:

Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V.: Aufbau und Organisation von Herzinsuffizienz-Netzwerken(HF-NETs) und Herzinsuffizienz-Einheiten („Heart Failure Units“, HFUs) zur Optimierung der Behandlung der akuten und chronischen Herzinsuffizienz - Gemeinsame Empfehlungen der DGK und der DGTHG zur Behandlung der Herzinsuffizienz
www.leitlinien.dgk.org/files/2016_Empfehlung_DGTHG_DGK_Herzinfarkt_Netzwerke.pdf

Pharmazeutische Zeitung: Chronische Herzinsuffizienz - Früh identifizieren und intervenieren
www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-112017/frueh-identifizieren-und-intervenieren

Krankenhaus Porz am Rhein: Schnelle und fachkompetente Betreuung, Kardiologische Versorgung aus einer Hand
www.khporz.de/de/fachbereiche-und-zentren/kooperatives-herz-zentrum.html
Herzinsuffizienz Ambulanz

Immanuel Klinikum Bernau. Herzzentrum Brandenburg Herzinsuffizienz Ambulanz
www.herzzentrum.immanuel.de/einrichtung-region-berlin-brandenburg/versorgungsbereiche/herzinsuffizienz-ambulanz

9-GE-5-9769-02 06-2019

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