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Nachsorge: Wie es nach der Mitral-Clip-Behandlung weitergeht

Eine Undichtigkeit der Mitralklappe lässt sich oft gut mit einem Mitral-Clip behandeln, und nach dem Eingriff sind Sie meist schnell wieder auf den Beinen. Trotzdem gibt es bei der Nachsorge einige wichtige Dinge zu beachten, z.B. was Medikamente und körperliche Schonung angeht.

Älteres Paar besucht einen Arzt

Direkt nach dem Mitral-Clip Eingriff

Nachdem der Arzt bei Ihnen eine Undichtigkeit der Mitralklappe durch das Einsetzen eines Mitral-Clips (sog. Clipping) behandelt hat, verbringen Sie normalerweise die Nacht auf der Intensivstation des Krankenhauses, wo Kreislauf, Atmung und Herzrhythmus kontinuierlich überwacht werden. Am nächsten Tag kommen Sie dann auf die Normalstation, wo sie sicherheitshalber noch einige Tage bleiben (in der Regel drei bis fünf Tage). In dieser Zeit dürfen Sie aber schon wieder aufstehen und sich bewegen. Die meisten Patienten bemerken sofort nach der Mitral-Clip-Behandlung, dass sich die Symptome der Mitralklappenundichtigkeit (Mitralinsuffizienz), wie Luftnot und Leistungsminderung, verbessern und die körperliche Belastbarkeit wieder zunimmt.

So geht es nach dem Mitral-Clip-Eingriff zu Hause weiter

Nach dem Einsetzen eines Mitral-Clips ist es notwendig, bestimmte Medikamente für einige Zeit einzunehmen. Hierzu gehören beispielsweise:

  • Clopidogrel (meist für 1 Monat): Dieser Wirkstoff gehört zur Gruppe der sogenannten Thrombozytenaggregationshemmer. Wie der Name schon vermuten lässt, verhindern Thrombozytenaggregationshemmer, dass die Blutplättchen (Thrombozyten) im Blut verklumpen, d.h. aggregieren, und beugen so der Bildung von Blutgerinnseln in den Schlagadern vor.
  • Acetylsalicylsäure (meist für mindestens sechs Monate): Besser bekannt unter Handelsnamen wie Aspirin und Alka-Seltzer, zählt auch Acetylsalicylsäure zur Gruppe der Thrombozytenaggregationshemmer, sie hat aber eine schwächere Wirkung als Clopidogrel.

Liegen bei Ihnen bestimmte Erkrankungen wie z.B. Herzrhythmusstörungen vor, erfordern diese die Einnahme eines sogenannten Gerinnungshemmers (Antikoagulans) wie Phenprocoumon oder Warfarin. In diesem Fall ist es empfehlenswert, einen Monat lang zusätzlich zu diesem Gerinnungshemmer entweder Acetylsalicylsäure oder Clopidogrel einzunehmen. Außerdem kann es sinnvoll sein, für eine gewisse Zeit Antibiotika zur Vorbeugung einer Herzinnenhautentzündung (Endokarditis) einzunehmen – insbesondere, wenn bald ein chirurgischer oder zahnmedizinischer Eingriff geplant ist.

Falls Sie an anderen Erkrankungen leiden, beispielsweise einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz), kann deren Behandlung die Einnahme weiterer Medikamente wie Beta-Blocker, ACE-Hemmer, Aldosteron-Antagonisten und Diuretika notwendig machen. Erfahren Sie mehr zur Therapie der Herzschwäche.

Damit die Ihnen verordneten Medikamente optimal wirken können, ist es wichtig, dass Sie alle Arzneimittel entsprechend den Anweisungen Ihres Arztes einnehmen und sich bei Fragen oder Problemen direkt an ihn wenden.

Rückkehr in den Alltag: Leben mit dem Mitral-Clip

Anstrengende Tätigkeiten wie Heben und Tragen sollten Sie für mindestens 30 Tage nach dem Mitral-Clip-Eingriff vermeiden. Das bedeutet aber nicht, dass Sie auch zukünftig auf Bewegung und Sport verzichten müssen – im Gegenteil! Ein schrittweise gesteigertes körperliches Ausdauertraining, beispielsweise im Rahmen einer Herzsportgruppe unter ärztlicher Anleitung, kann die körperliche Leistungsfähigkeit verbessern und lebensverlängernd wirken.

Außerdem ist es wichtig, dass Sie regelmäßig zu Nachuntersuchungen gehen, z.B. viertel- bis halbjährlich zum Hausarzt und jährlich zum Kardiologen. Bei diesen Terminen überprüft der Arzt den Zustand von Herz und Mitralklappe mittels verschiedener Methoden wie Herzultraschall (Echokardiographie), EKG und der Bestimmung bestimmter Laborwerte. Wenn Sie jedoch zwischenzeitlich bemerken, dass Symptome der Mitralinsuffizienz wieder auftreten bzw. sich verschlimmern, sprechen Sie bitte umgehend Ihren Arzt darauf an.

Achten Sie außerdem darauf, dass Ihr Impfschutz regelmäßig überprüft und gegebenenfalls aufgefrischt wird. Hierzu gehören auch die einmal jährliche Grippeschutzimpfung sowie eine Pneumokokkenimpfung, die einmalig im Erwachsenenalter durchgeführt werden sollte.

Alle Informationen auf einen Blick: Der Mitral-Clip-Patientenausweis

Vor allem bei einem Notfall, aber auch bei bestimmten Routineverfahren, wie z.B. einer Kernspintomographie (MRT), ist es für den behandelnden Arzt wichtig zu wissen, dass ein Mitral-Clip bei Ihnen eingesetzt wurde. Aus diesem Grund sollte Ihnen Ihr Arzt nach dem Mitralklappen-Eingriff den Mitral-Clip-Patientenausweis aushändigen. Tragen Sie diesen bitte immer bei sich und zeigen Sie ihn jedes Mal vor, wenn Sie bei einem neuen Arzt vorstellig werden.

 

Autor: Dr. Annukka Aho-Ritter, medproduction GmbH, www.medproduction.de

Datum: August 2016

Quellen:

Arasteh K et al. Duale Reihe Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2012.

Boekstegers P et al. Interventionelle Behandlung der Mitralklappeninsuffizienz mit dem MitraClip®-Verfahren. Kardiologe 2013; 7:91-104

Herold G et al. Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016

Pschyrembel. Klinisches Wörterbuch. De Gruyter, Berlin 2014.

Schlitt A et al. Die Nachsorge von Patienten nach MitraClip-Implantation. Herz 2016

Wiedemann S & Strasser RH. Kathetergestütze Mitralklappenrekonstruktion MitraClip – ein Leitfaden für die Kitteltasche. Herzzentum Dresden Universitätsklinik, Stand 08/2013.

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