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Hätten Sie’s gewusst? 5 Fakten zu Herzschwäche & Vorhofflimmern

Viele Patienten mit einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) entwickeln zusätzlich noch eine Herzrhythmusstörung wie Vorhofflimmern; diese kann nicht nur belastende Symptome mit sich bringen, sondern auch auf die Herzinsuffizienz zurückwirken und das Schlaganfall-Risiko erhöhen. Wie sich die Gefahr, Vorhofflimmern zu entwickeln, mindern lässt und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt, erfahren Sie hier.

Hätten Sie’s gewusst? 5 Fakten zu Herzschwäche & Vorhofflimmern

1) Eine Herzinsuffizienz begünstigt das Auftreten von Vorhofflimmern
Bei einer Herzinsuffizienz ist das Herz zu schwach, um den Körper ausreichend mit Blut zu versorgen, was zu typischen Symptomen wie Atemnot und Wassereinlagerungen führt. Darüber hinaus kommt es im Verlauf der Erkrankung zu Umbauprozessen im Herzen; beispielsweise wird der Herzmuskel dicker und versucht so, durch kraftvolleres Pumpen die Unterversorgung des Körpers wieder auszugleichen. Diese Umbauprozesse können jedoch das empfindliche System aus elektrischen Signalen im Herzen stören, die normalerweise wie ein Taktgeber dafür sorgen, dass unser Herz regelmäßig und immer mit der richtigen Frequenz schlägt. Die Folge sind Herzrhythmusstörungen, am häufigsten kommt es zum sogenannten Vorhofflimmern, d. h. einem unkoordinierten Schlagen der Herzvorhöfe. Etwa jeder dritte Mensch1 mit Herzinsuffizienz leidet gleichzeitig auch an Vorhofflimmern.

1 Wang TJ et al. Circulation 2003; 107: 2920-2925

 

2) Medikamente gegen Herzinsuffizienz können Herzrhythmusstörungen vorbeugen

Viele der Medikamente, die Sie aufgrund Ihrer Herzinsuffizienz einnehmen, senken nachweislich auch das Risiko, Vorhofflimmern zu entwickeln. Zu den Medikamenten, die vor Vorhofflimmern schützen, gehören beispielsweise ACE-Hemmer, Sartane, Beta-Blocker und Aldosteron-Antagonisten (auch Mineralokortikoid-Rezeptorantagonisten genannt). Eine regelmäßige Einnahme der Herzinsuffizienz-Medikamente verbessert daher nicht nur die Symptome und verzögert ein Fortschreiten der Erkrankung, sondern sie trägt auch dazu bei, Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern vorzubeugen.

 

3) Vorhofflimmern wird meist mittels EKG diagnostiziert

Erste Hinweise auf ein mögliches Vorhofflimmern erhält der Arzt durch das Ertasten des Pulses (Mediziner sprechen in diesem Fall von Palpation) oder ein Abhören des Herzens mit dem Stethoskop (Auskultation). Um die Diagnose Vorhofflimmern zu erhärten, fertigt der Arzt ein EKG an, also ein Elektrokardiogramm. Dazu werden Elektroden auf den Brustkorb geklebt, die die elektrische Aktivität im Herzen messen. Oft reicht bereits ein kurzes Ruhe-EKG aus, um Herzrhythmusstörungen nachzuweisen. Aber weil Vorhofflimmern bei vielen Menschen zunächst in Form von vereinzelten Episoden auftritt, kann auch ein Langzeit-EKG notwendig sein. Dieses dokumentiert die Herzaktivität meist über 24 Stunden (manchmal auch über 72 Stunden) und speichert die Daten auf einem kleinen, tragbaren Rekorder, den der Arzt anschließend auswertet.



4) Bei Vorhofflimmern gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten

Wenn bei Ihnen Vorhofflimmern diagnostiziert wurde, wird Ihr Arzt versuchen, die Ursache dafür zu finden. Dies ist keine leichte Aufgabe, da es viele Faktoren gibt, die das Auftreten von Vorhofflimmern begünstigen, darunter deutliches Übergewicht bzw. Adipositas, Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum. Ein wesentlicher Baustein der Behandlung von Vorhofflimmern ist es daher, den eigenen Lebensstil zu ändern.

Daneben gibt es viele Erkrankungen, die Vorhofflimmern auslösen können. Hierzu gehören neben der bereits erwähnten Herzinsuffizienz beispielsweise:

  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
  • chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
  • nächtliche Atemaussetzer (Schlafapnoe)
  • Herzfehler

Werden diese Krankheiten adäquat behandelt, stehen die Chancen gut, dass auch das Vorhofflimmern verschwindet. Ist dies nicht der Fall, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder versucht der Arzt, durch Medikamente wie Beta-Blocker den bei Vorhofflimmern häufig zu schnellen Herzschlag zu normalisieren (Frequenzkontrolle), oder er versucht mit der sogenannten Kardioversion, das aus dem Takt geratene Herz wieder zurück in seinen normalen Rhythmus zu bringen (Rhythmuskontrolle). Dies kann entweder mit Medikamenten geschehen oder durch elektrische Stimulation (Elektrokardioversion). Zudem gibt es die Möglichkeit, durch einen Eingriff am Herzen die Region, die den falschen Takt verursacht, zu veröden (Katheterablation). Welche Therapie die beste ist, hängt u. a. von den Beschwerden, der Vorgeschichte und den Begleiterkrankungen ab und muss in jedem Einzelfall individuell und gemeinsam mit Ihnen vom Arzt beurteilt werden.

 

5) Wer an Vorhofflimmern leidet, hat ein erhöhtes Schlaganfall-Risiko

Ein Schlaganfall passiert im Kopf, das Vorhofflimmern ist dagegen ein Herzproblem – und doch hängt beides eng zusammen. Beim Vorhofflimmern kommt es durch unregelmäßige elektrische Impulse zu einem Flimmern, d. h. Zittern des Herz-Vorhofs. Dadurch kann das Blut nicht mehr vollständig in die Hauptkammer weitertransportiert werden und es staut sich im Vorhof. Dies kann dazu führen, dass das Blut verklumpt und sich Blutgerinnsel (sogenannte Thromben) bilden. Diese Blutgerinnsel wandern dann über die Blutbahn in das Gehirn und können dort einen Schlaganfall auslösen.

Wenn Sie an Vorhofflimmern leiden, wird Ihr Arzt Ihnen in der Regel Medikamente verschreiben, die die Blutgerinnung hemmen (Mediziner nennen diese Gruppe von Medikamenten „Antikoagulanzien“). Wenn Sie ein hohes Schlaganfall-Risiko haben, aber eine Antikoagulation nicht in Frage kommt, gibt es alternativ die Möglichkeit, den Ursprungsort der Thromben mit einem Schirmchen abzudichten und so zu verhindern, dass die Thromben in den Blutkreislauf gelangen. Mehr Informationen zu Schlaganfällen und wie man sie verhindern kann erhalten Sie auf der Seite www.vermeide-schlaganfall.de.

 

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Autorin: Annukka Aho-Ritter, medproduction GmbH, www.medproduction.de

Datum: März 2019

Quellen:

Kompetenznetz Vorhofflimmern e.V., www.kompetenznetz-vorhofflimmern.de/de/vorhofflimmern/patienteninformation-vorhofflimmern/begleiterkrankungen-diagnostizieren-und-behandeln (zuletzt abgerufen am 15.03.2019)

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG),www.gesundheitsinformation.de/vorhofflimmern.2311.de (zuletzt abgerufen am 25.03.2019)

Deutsche Herzstiftung e.V., www.herzstiftung.de/rubrik-herzrhythmusstoerungen

9-GE-5-9338-02 04-2019

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