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Stress-Echokardiographie – der Herz-Ultraschall unter Belastung

Besteht der Verdacht auf eine Herz- oder Mitralinsuffizienz, führt der Arzt eine Ultraschalluntersuchung des Herzens durch. In der Regel geschieht dies zunächst im Ruhezustand. Ein genaueres Bild erhält der Arzt jedoch, wenn das Herz unter Belastung steht.

Stress-Echokardiographie

Die Ultraschalluntersuchung oder auch Echokardiographie (Abb. 1) des Herzens zählt zu den wichtigsten Methoden, um eine Herz- oder Mitralinsuffizienz festzustellen und um den Schweregrad zu beurteilen. Die Untersuchung kann auf zwei Arten erfolgen. Von außen, indem der Arzt den Schallkopf auf dem Brustkorb (Thorax) anlegt (Transthorakale Echokardiographie, TTE), oder mit einer Sonde von innen durch die Speiseröhre (Transösophageale Echokardiographie, TEE). 

In der Regel geschieht dies im Ruhezustand, das heißt, der Patient liegt während der Untersuchung auf einer Liege. Nun kann es passieren, dass sich dem Arzt in dem Moment ein völlig unauffälliges Bild präsentiert, obwohl der Patient über Kurzatmigkeit, insbesondere nach Anstrengung, Schwächegefühl und Erschöpfung klagt. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn die Herzinsuffizienz noch nicht so stark ausgeprägt ist und die charakteristischen Symptome zunächst noch nur sporadisch oder unter Belastung auftreten – ein typischer Verlauf der Erkrankung.

Der Stress-Test fürs Herz

Da sich bei vielen Patienten unter Belastung der Blutfluss in den Herzkranzgefäßen verschlechtert oder durch die Herzklappen eingeschränkt ist, wird der Arzt die Ultraschalluntersuchung ein zweites Mal „unter Stress“, also unter höherer Belastung für das Herz durchführen. So erhält er ein konkreteres Bild über das Ausmaß der Erkrankung und kann frühzeitig mit einer Therapie beginnen.

Um den Herzschlag zu beschleunigen, werden Sie sich in der Praxis auf einem Fahrrad-Ergometer oder Laufband kurz sportlich betätigen. Sollte dies aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich sein, können Sie auch einen Schaumstoffball mit der Hand mehrmals schnell zusammendrücken oder eine Art Hand-Kurbel (Handoergometer) betätigen. Alternativ können Sie ein Arzneimittel einnehmen, das eine höhere Herzfrequenz auslöst und „den Stress“ imitiert (sogenannte pharmakologische Stress-Echokardiographie).

Gängiger und auch aussagekräftiger ist jedoch die Belastung mittels Fahrrad-Ergometer, da das verabreichte Arzneimittel die Symptome einer Herzerkrankung mildern und so das Ergebnis der Untersuchung verzerren kann.

Wer benötigt eine Stress-Echokardiographie?

Eine Stress-Echokardiographie ist nicht bei jedem nötig. Ihr Arzt wird Ihnen diese Untersuchung jedoch empfehlen, wenn

  • eine Diskrepanz zwischen auftretenden Symptomen und Schweregrad der Herzerkrankung vorliegt,
  • die Mitralklappe undicht ist (Mitralklappeninsuffizienz),
  • ohne direkt erkennbaren Grund ein Lungenödem auftritt (sogenanntes kardiales Lungenödem als Folge einer Linksherzinsuffizienz),
  • ohnehin eine Herz-Operation ansteht,
  • Patienten nach einer Herz-Operation unter Lungenhochdruck leiden.

Nicht bzw. nur unter besonderen Bedingungen durchgeführt werden sollte eine Stress-Echokardiographie bei

  • akuten Herzschmerzen,
  • einer akuten Lungenembolie,
  • einer akuten Herzschwäche,
  • bei schweren Herzklappenfehlern und bestimmten Herzerkrankungen.

Pharmakologische Stress-Echokardiographie

Meist spritzt der Arzt das Medikament, das den Sauerstoffbedarf des Herzens erhöht, in die Vene. Schlechter durchblutete Muskelabschnitte sind nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt, es kommt in diesem Muskelabschnitt zu einer Wandbewegungsstörung. Die Echokardiographie macht diese Wandbewegungsstörungen sichtbar und lässt Rückschlüsse auf den Schweregrad der zugrundeliegenden Erkrankung zu.

Das Herz wird mittels Ultraschall vor, während und nach dieser Injektion auf einem Monitor dargestellt.

Wie können Sie sich auf eine Stress-Echokardiographie vorbereiten?

  • Vor der Untersuchung sollten Sie nicht rauchen (mindestens 12 Stunden).
  • Informieren Sie Ihren Arzt, welche Medikamente Sie zurzeit einnehmen.
  • Informieren Sie Ihren Arzt über sonstige Krankheiten.
  • Herzkreislaufwirksame Medikamente sollten Sie in Absprache mit Ihrem Arzt vorher ausreichend lange absetzen, da sie das Untersuchungsergebnis verfälschen können.
  • Die letzte Mahlzeit sollte vor der Untersuchung 4 bis 5 Stunden zurückliegen.
  • Bringen Sie feste Schuhe oder sogar Sportbekleidung mit, vor allem ein Handtuch sowie etwas zum Frischmachen.
  • Reisen Sie nicht alleine mit dem Auto zur Untersuchung an, da Sie anschließend keinen PKW steuern dürfen.
  • Die Stressechokardiographie dauert ungefähr eine halbe Stunde. Da Sie anschließend noch kurz zur Beobachtung bleiben, um mögliche negative Effekte der Belastung des Herzens zu erkennen, planen Sie besser etwas mehr Zeit ein.

 

Autorin: Andrea Böttcher, medproduction GmbH, www.medproduction.de

Datum: April 2018

Quellen:
www.cardio-guide.com/diagnose/echokardiographie/ (Abruf 25.4.2018)

www.internisten-im-netz.de/untersuchungen/echokardiografie.html

www.gesundheitsinformation.de/was-ist-eine-echokardiografie.2668.de.html

www.gesundheitsinformation.de/herzschwaeche.2635.de.html

www.westerstede.bwkrankenhaus.de/fileadmin/user_upload/westerstede/downloads/Innere_Medizin/Merkblatt_Stress-Echo.pdf

www.herzklinik-ulm.de/resources/Aerzteservice/Infos-fuer-Ihre-Patienten/StressEcho.pdf

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Magne J, Lancellotti P, Piérard LA. Exercise-induced changes in degenerative mitral regurgitation. J Am Coll Cardiol. 2010; 56(4):300-309.

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9-GE-5-8119-02 06-2018

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