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Mit Impfungen das Herz schützen

Jede Infektion stellt eine Belastung für den gesamten Körper dar, auch für das Herz. Für Patienten mit einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) ist es daher besonders wichtig, sich so gut wie möglich vor Erkrankungen zu schützen – zum Beispiel durch eine Grippe- und Pneumokokkenimpfung.

Mit Impfungen das Herz schützen

Gerade bei Patienten mit einer Herzinsuffizienz ist mit Infektionen nicht zu spaßen. Schließlich schwächen sie den Körper und vor allem das Herz zusätzlich. Daher empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts (RKI) Herzpatienten, sich zusätzlich zu den Standard-Impfungen auch gegen Grippe und Pneumokokken impfen zu lassen.

Impfung gegen Grippe-Viren

Schon eine Erkältung macht uns schlapp, ein grippaler Infekt mit Fieber schlaucht erst recht. Eine echte Grippe (Influenza) kann ähnlich mild wie ein grippaler Infekt verlaufen, sie kann aber auch einen schweren Verlauf nehmen und uns wochenlang ans Bett fesseln. Die Influenza-Viren übertragen sich von Mensch zu Mensch durch eine sogenannte Tröpfcheninfektion, etwa beim Niesen oder Husten, aber auch durch Händeschütteln oder über Gegenstände können wir uns anstecken. Zu den typischen, meist plötzlich auftretenden Symptomen einer Grippe gehören:

  • sehr hohes Fieber mit Schweißausbrüchen
  • starke Kopf- und Gliederschmerzen
  • Reizhusten
  • Halsweh
  • eine insgesamt ungewöhnlich starke Erschöpfung

In der Regel ist nach etwa einer Woche das Schlimmste überstanden, die Grippe kann aber auch mehrere Wochen andauern. Dazu können verschiedene Komplikationen auftreten, etwa Entzündungen des Mittelohrs, des Gehirns oder des Herzmuskels – für ohnehin herzkranke Menschen ein Risiko, das es zu vermeiden gilt. Gefährlich werden kann auch eine Lungenentzündung, die durch das Virus selbst oder durch zusätzliche Erreger (Pneumokokken, s. nächster Absatz), verursacht wird. In seltenen Fällen kann eine Lungenentzündung innerhalb weniger Stunden zum Tod führen.

Bei einem jungen, gesunden Menschen sind derartige Komplikationen eher selten. Für Menschen ab 60 Jahre, chronisch Kranke wie etwa mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und für solche mit Vorerkrankungen, deren Immunsystem ohnehin geschwächt ist, empfiehlt die STIKO eine jährliche Grippeimpfung. Normalerweise sind Erwachsene mit einer einmaligen Impfung gut für die derzeitige Grippesaison geschützt. Da sich die Grippeviren aber schnell verändern, sollte die Impfung jedes Jahr mit dem aktuellen Impfstoff erneut durchgeführt werden.

Impfung gegen Pneumokokken-Erkrankungen

Anders als die Grippe-Erreger sind Pneumokokken kein Viren, sondern Bakterien, die aber genauso über Tröpfcheninfektion übertragen werden. Es gibt verschiedene Pneumokokken-Stämme, die unterschiedliche, teils lebensbedrohliche Erkrankungen auslösen können, darunter Nasennebenhöhlen-, Mittelohr- und Hirnhautentzündung sowie Blutvergiftung und Lungenentzündungen. Auch hier gilt: Grundsätzlich kann sich jeder infizieren. Besonders häufig betroffen und besonders gefährdet aber sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem, wie etwa nach einer Viruserkrankung oder bei chronischen Erkrankungen wie einer Herzschwäche.

Normalerweise lassen sich Pneumokokken-Erkrankungen wie andere bakterielle Erkrankungen auch gut mit Antibiotika behandeln. Da in den letzten Jahren aber immer mehr Bakterien Resistenzen entwickelt haben, empfiehlt die STIKO auch in puncto Pneumokokken eine Schutzimpfung für Personen ab 60 Jahren, chronisch Kranke und für Patienten mit Herzerkrankungen oder anderen Vorerkrankungen, deren Immunsystem geschwächt ist. Der verwendete Impfstoff sollte gegen 23 verschiedene Pneumokokken-Typen schützen (PPSV23); je nach Gesundheitszustand ist eine Auffrischung nach mindestens sechs Jahren sinnvoll. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber!

Ausreichend geschützt? Machen Sie den Impf-Check

Mit dem Impfungs-Selbstcheck des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (VFA) finden Sie heraus, ob Sie ausreichend geimpft sind und wo gegebenenfalls sogenannte Impflücken geschlossen werden sollten.

 

Autorin: Andrea Böttcher, medproduction GmbH, www.medproduction.de

Datum: Mai 2018

Quellen:
Robert Koch Institut: Epidemiologisches Bulletin Nr. 34 (24. August 2017): https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2017/Ausgaben/34_17.pdf?__blob=publicationFile

https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Impfen/Pneumokokken/FAQ-Liste_Pneumokokken_Impfen.html

Patienten-Leitlinie Herzschwäche: https://www.patienten-information.de/mdb/downloads/nvl/herzinsuffizienz/herzinsuffizienz-vers1.0-pll.pdf

https://www.impfen-info.de/impfempfehlungen/fuer-erwachsene/pneumokokken/

https://www.impfen-info.de/impfempfehlungen/fuer-erwachsene/grippe-influenza/

https://www.kardiologie.org/herzinsuffizienz-grippeimpfung-auch-kardial-von-nutzen/10194740

9-GE-5-8119-02 06-2018

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