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Atemnot: Wenn die linke Herzhälfte die Lunge schwächt

Zu den häufigen Symptomen einer Herzinsuffizienz zählen eine generelle verminderte Leistungsfähigkeit, Müdigkeit und Appetitlosigkeit. Ist die linke Herzhälfte betroffen (Linksherzinsuffizienz), kann es vor allem bei leichter bis schwerer Belastung zu starkem Husten und Atemnot kommen. Aber warum?

Atemnot: Wenn die linke Herzhälfte die Lunge schwächt

Sowohl eine Linksherzinsuffizienz als auch eine Mitralklappeninsuffizienz (die sich ebenfalls in der linken Herzhälfte abspielt) wirken sich negativ auf die Lungenleistung aus. Betroffene leiden an einer erschwerten Atmung (Dyspnoe), die von Kurzatmigkeit bis zu Atemnot reichen kann. Der Grund: Bei einer Linksherzinsuffizienz ist das Herz nicht mehr in der Lage, genügend sauerstoffreiches Blut aus der Lunge in das Gefäßsystem des Körpers zu pumpen. Dadurch ist die Leistungsfähigkeit der Betroffenen allgemein eingeschränkt, sie fühlen sich schnell erschöpft. Zusätzlich führt die verminderte Pumpleistung dazu, dass das Blut nicht mehr ausreichend aus der Lunge abtransportiert werden kann und sich dort staut. Durch den Rückstau tritt Flüssigkeit aus dem Blut in das umgebende Gewebe aus, was die Aufnahme von Sauerstoff ins Blut einschränkt. Dies äußert sich durch Kurzatmigkeit, Luftnot oder Husten, vor allem bei körperlicher Betätigung. Zunächst hat der Patient nur bei stärkerer Belastung(z. B. Treppensteigen) Atembeschwerden und Herzrasen, später treten die Symptome auch in Ruhe auf. So leiden Betroffene auch nachts oft an Hustenanfällen. 

Die Ursache dieser Form der Atemnot ist die Stauungsbronchitis (Asthma cardiale), welche sich im sogenannten „Herzhusten“ äußert.

Luftnot durch Herzschwäche: Tipps für den Alltag

  • Nehmen Sie sich Zeit für die zu erledigenden Aufgaben.
  • Legen Sie hin und wieder eine Verschnaufpause ein, sei es bei der Gartenarbeit, beim Treppensteigen oder Fahrradfahren. 
  • Setzen Sie sich bei der Planung von Terminen und Aktivitäten nicht unter Druck.
  • Wenn Sie im Liegen schlechter Luft bekommen, erhöhen Sie beim Schlafen das Kopfteil, etwa indem Sie mehrere Kissen übereinander stapeln. Weisen Sie zusätzlich Ihren Arzt auf die Beschwerden hin, möglicherweise sind Ihre Medikamente nicht richtig eingestellt.
  • Wenn sich die Luftnot verschlechtert oder häufiger auftritt, sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt darüber.

Diagnose wichtig

Atemnot kann ein Warnzeichen für eine lebensbedrohliche Erkrankung sein. Um sicher festzustellen, ob Ihre Atemnot ein Hinweis auf eine bestehende Linksherzinsuffizienz ist und um andere mögliche Ursachen auszuschließen, wird der Arzt Sie nach weiteren Symptomen fragen und eine umfassende Untersuchung durchführen. So kann eine geräuschvolle (Aus-)Atmung (Giemen, Pfeifen, Brummen) auch auf Asthma oder eine chronisch obstruktive Lungenkrankheit (COPD) hindeuten. Tritt die Atemnot aber mit Symptomen wie Halsvenenstauung oder Ödemen auf, ist die Ursache sicher in der Herzinsuffizienz zu suchen. Untersuchungsmethoden wie Blutbild, EKG, Ultraschall und Lungenfunktionstests liefern weitere Hinweise.

Wenn sich der Hals zuschnürt: Tipps bei akuter Atemnot

  • Öffnen Sie, wenn möglich, die Fenster. Frische Luft enthält mehr Sauerstoff und erleichtert das Atmen.
  • Nehmen Sie eine Sitzposition ein, die den Brustkorb entlastet, etwa den sogenannten Kutschersitz: Dazu legen Sie im Sitzen die gebeugten Arme auf den Oberschenkeln ab. Das Gewicht der Arme lastet nun nicht mehr auf dem Brustkorb und die Muskeln, die zur Atmung beitragen, können besser arbeiten.
  • Versuchen Sie Ruhe zu bewahren, denn wenn Sie entspannter sind, normalisiert sich die Atmung in der Regel schneller wieder. 
  • Tragen Sie Notfallmedikamente bei sich und deponieren Sie sie Daheim an einem für alle bekannten Ort.
  • Sprechen Sie das Vorgehen im Notfall mit Ihren Angehörigen durch, so weiß jeder, was zu tun ist.
  • Akute Atemnot in Kombination mit Brustschmerzen und Übelkeit kann ein Anzeichen für einen Herzinfarkt sein! Angehörige oder Umstehende wählen bitte sofort den Notruf!

 

Autorin: Andrea Böttcher, medproduction GmbH, www.medproduction.de

Datum: Mai 2018

Quellen:
https://www.allgemeinarzt-online.de/atemwege/a/kardiale-oder-pulmonale-atemnot-1571861

https://www.gesundheitsinformation.de/formen-der-herzschwaeche.2635.de.html?part=diagnose-3g

https://www.gesundheitsinformation.de/asthma.2591.de.html

https://www.gesundheitsinformation.de/anzeichen-eines-herzinfarkts.2170.de.html?part=folgen-7v

https://www.forum-fuer-senioren.de/microsite.mv?-portal+atemnot-was-tun-wenn-die-luft-fehlt

https://www.herzstiftung.de/atemnot-schnell-ausser-atem.html

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9-GE-5-8119-02 06-2018

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