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Kardiale Resyn­chronisations­therapie unter die Lupe genommen

Die kardiale Resynchron­isations­therapie (CRT) kommt bei Patienten mit Herzschwäche zum Einsatz. Wenn gleichzeitig eine Mitral­insuf­fizienz vorliegt, kann sich diese durch die CRT verbessern – geschieht dies nicht, gibt es aber auch noch andere Behandlungsmöglichkeiten.

Kardiale Resynchronisationstherapie

Wann benötige ich eine kardiale Resynchronisations­therapie?

Ein Gerät zur kardialen Resynchron­isationstherapie (engl. „cardiac resynchronization therapy“, abge­kürzt CRT) setzt der Arzt bei Patienten ein, die an einer Herz­schwäche (Herz­insuf­fi­zienz) leiden. Voraussetzung ist, dass die Herzinsuffizienz trotz opti­maler medikamentöser Therapie weiterhin Beschwerden bereitet. Zudem müssen bestimmte Verän­derungen im EKG zu sehen sein, die darauf hinweisen, dass die Weiter­leitung elektrischer Signale innerhalb des Herzens gestört ist, so dass die linke und rechte Herzkammer nicht mehr aufeinander abgestimmt schlagen. Ein CRT-Gerät sorgt nun dafür, dass die linke und rechte Herz­kammer wieder zeitgleich, d.h. synchron, aktiv sein können. Dadurch verbessert sich die Pump­leistung des Herzens, was sich wiederum positiv auf die körper­liche Belastbarkeit und die Lebens­qualität auswirkt.

Wie funktioniert ein CRT-Gerät?

CRT-Geräte nennt man auch Dreikammer-Schrittmacher, weil sie über drei Elektroden verfügen: Je eine liegt in jeder Herz­kammer, eine dritte Elektrode befindet sich im rechten Vorhof. Da beide Herzkammern (Ventrikel) mit Hilfe des CRT-Geräts angesteuert werden können, bezeichnet man die Geräte auch als biventrikuläre Schrittmacher. Manche CRT-Geräte dienen gleichzeitig auch als Defibrillator, d.h. sie können Herz­rhythmusstörungen durch gezielt abgegebene Stromstöße unter­brechen. Da solche Systeme somit eine Kombination aus CRT-Gerät und implantierbarem Kardioverter-Defibrillator (ICD) sind, nennt man sie CRT-ICDs oder kurz CRT-Ds.

Wie wirkt sich die kardiale Resynchron­isations­therapie auf eine gleichzeitig bestehende Mitral­insuffizienz aus?

Viele Patienten mit einer Herz­insuffizienz entwickeln mit der Zeit eine Undichtigkeit der Mitralklappe, eine sogenannte Mitralinsuffizienz. Interessanterweise verbessert sich bei über 40 % der betroffenen Personen durch eine kardiale Resynchronisationstherapie auch die Mitralinsuffizienz – dies kann sofort passieren, es kann aber auch Wochen oder sogar Monate dauern, bis ein Effekt auf die Mitralinsuffizienz sichtbar wird.

Diese Zahlen bedeuten jedoch auch, dass sich die Mitralinsuffizienz bei der Mehrzahl der Menschen mit Herzinsuffizienz und Mitralinsuffizienz nach der Implantation eines CRT-Gerätes nicht bessert – bei ca. 40 % kommt es zu keiner Veränderung der Schwere der Mitralinsuffizienz, und bei ca. 20 % verschlechtert sich die Mitralinsuffizienz sogar. Gehören auch Sie zu diesen Patienten, dann sollten Sie wissen, dass es noch weitere Möglichkeiten gibt, um die Mitralinsuffizienz zu behandeln.

Welche anderen Möglichkeiten gibt es, um nach einer kardialen Resynchron­isationstherapie eine Mitralinsuffizienz zu behandeln?

Sollten nach einer kardialen Resynchronisationstherapie weiterhin Zeichen einer Herz- oder Mitralinsuffizienz bestehen, ist es empfehlenswert, eine separate Behandlung der undichten Mitralklappe in Betracht zu ziehen. Grundsätzlich gibt es hierbei zwei verschiedene Möglichkeiten: Sowohl bei einer operativen Mitralklappenrekonstruktion als auch bei einem operativen Mitralklappenersatz muss in der Regel der Brustkorb geöffnet und der Kreislauf mit Hilfe einer Herz-Lungen-Maschine aufrecht erhalten werden, während der Chirurg die Mitralklappe repariert bzw. austauscht.

Bei der sogenannten perkutanen Mitralklappenreparatur (PMKR) dagegen wird über einen kleinen Schnitt an der Leiste ein Clip entlang einer Vene bis in das Herz vorgeschoben. Dort verbindet der Clip die beiden Hälften der undichten Mitralklappe, so dass die Klappe wieder besser schließen kann. Durch die perkutane Mitralklappenreparatur lassen sich sowohl die Schwere der Mitralinsuffizienz als auch die Symptome oft deutlich lindern und die körperliche Leistungsfähigkeit kann sich verbessern. Die Entscheidung, welche Option für Sie die beste ist, trifft ein Team aus Spezialisten in der Klinik, das verschiedene Kriterien wie Operationsrisiko und anatomische Gegebenheiten der Mitralklappe sorgfältig in jedem einzelnen Fall abwägt.

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Autor: Dr. Annukka Aho-Ritter, medproduction GmbH, www.medproduction.de
Datum: August 2016
Quellen:
Arasteh K et al. Duale Reihe Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2012.
Herold G et al. Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
Ponikowski P et al. 2016 ESC Guidelines for the diagnosis and treatment of acute and chronic heart failure: The Task Force for the diagnosis and treatment of acute and chronic heart failure of the European Society of Cardiology (ESC)Developed with the special contribution of the Heart Failure Association (HFA) of the ESC. Eur Heart J. 2016; 37(27):2129-2200.
Pschyrembel. Klinisches Wörterbuch. De Gruyter, Berlin 2014.
Spartera M et al. Role of cardiac dyssynchrony and resynchronization therapy in functional mitral regurgitation. Eur Heart J Cardiovasc Imaging. 2016; 17(5):471-80.

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