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Herz-Kreislauferkrankungen: Vorbeugung und Rehabilitation

Das Risiko, eine Herz-Kreislauferkrankung zu entwickeln, hängt von verschiedenen Faktoren ab – viele davon können Sie selbst beeinflussen! Aber auch, wenn Sie bereits an einer solchen Erkrankung leiden, spielt der Lebenswandel eine wichtige Rolle beim Genesungsprozess.

Ursachen für Herz-Kreislauferkrankungen

Rehabilitation Herzkrankheit

Die Ursachen für Herz-Kreislauferkrankungen wie koronarer Herzkrankheit oder Herzinsuffizienz (Herzschwäche) sind vielfältig. Einen besonders großen Einfluss auf die Herzgesundheit hat dabei der Lebensstil. So können zum Beispiel Zigaretten- und Alkoholkonsum verschiedene Organe in Mitleidenschaft ziehen. Auch Übergewicht und Bewegungsmangel wirken sich negativ aus – nicht nur speziell auf das Herz, sondern auf den gesamten Organismus. Die genannten Faktoren verursachen unter anderem Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes („Zuckerkrankheit“) und Bluthochdruck (Hypertonie). Langfristig können diese wiederum das Herz und die Blutgefäße schädigen. Leidet man bereits unter z.B. Diabetes, ist eine engmaschigere Betreuung durch den Arzt dringend notwendig. So können die negativen Folgen eingedämmt und im Blick behalten werden.
Außerdem gibt es genetische Faktoren, die diese Krankheiten begünstigen. Menschen, die bestimmte Gene tragen, haben also ein erhöhtes Risiko, sich eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zuzuziehen.

Behandlung & Rehabilitation: Die richtige Lebensweise steht im Vordergrund

Ist es zu einer Herz-Kreislauferkrankung gekommen, steht erst einmal die medizinische Versorgung im Mittelpunkt. Sie allein kann aber nicht auf Dauer heilen. Es ist wichtig, für die Zukunft einige Dinge zu beachten und hierfür den Alltag ins Auge zu fassen: Nach einer medizinischen Behandlung und gegebenenfalls der Einstellung mit Medikamenten geht es um die zukünftige Lebensweise.

Ein Grundpfeiler zur Prävention weiterer Probleme ist das Einbinden regelmäßiger Bewegung in den Tagesablauf. Sie regt den Stoffwechsel an, verbrennt zusätzliche Energie und fördert die Durchblutung im gesamten Körper. Sie trainiert auch das Herz, so dass es sich bei alltäglichen Tätigkeiten wie Treppensteigen weniger anstrengen muss, und macht es widerstandfähiger gegenüber Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien). Außerdem fördert regelmäßige Bewegung die Widerstandskraft Ihres Immunsystems. Einer erneuten oder fortschreitenden Arterienverkalkung (Atherosklerose) kann sie so vorbeugen. Ein Nebeneffekt: Sie werden beweglicher und haben mehr Energie. Außerdem hebt Sport nachweislich die Stimmung, da durch die Bewegung Glückshormone ausgeschüttet werden.




Herzsportgruppen – Bewegung unter professioneller Anleitung

Viele Patienten haben aber nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall Sorge, sich und ihr Herz zu überlasten, wenn sie sich sportlich betätigen. Auch ist es nicht immer einfach sich selbst zu motivieren, wirklich regelmäßig etwas für die eigene Gesundheit zu tun. Um Ihnen dies ein wenig zu erleichtern, gibt es sogenannte Herzgruppen. In regelmäßig stattfindenden Treffen werden Menschen nach Diagnose einer Herz-Kreislauferkrankung betreut. Der gemeinsame Sport in der Gruppe wird unter Anleitung und Beobachtung durch geschulte Übungsleiter und Ärzte durchgeführt. So lernen Betroffene in einem sicheren Umfeld, ihre Leistungsgrenzen einzuschätzen. Zusätzlich wird dort Wissen über richtige Ernährung, Entspannungstechniken und auch die jeweilige Krankheit vermittelt. Sollten sich durch die Erkrankung Einschränkungen ergeben, lernen Sie hier auch, mit diesen adäquat umzugehen. Ebenso üben Sie notwendige Maßnahmen wie die richtige Blutdruckmessung.

Für die Teilnahme an diesen Gruppen ist eine ärztliche Verordnung nötig, die von Ihrer Krankenkasse genehmigt werden muss. Eine Herzgruppe in Ihrer Nähe finden Sie auf den Internetseiten der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen. Und auch für die Zeit nach Ablauf des Rezeptes gibt es Angebote für Menschen mit chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. In diesen Nachsorgegruppen können Sie weiterhin die Vorteile der Betreuung nutzen und auch im Kontakt mit anderen Betroffenen bleiben.

Nachsorgeuntersuchungen und die richtige Medikamenteneinnahme

Natürlich gehören auch Nachkontrollen bei Ihrem Kardiologen und Hausarzt zur Rehabilitation. Sind die Medikamente wie ACE-Hemmer, Beta-Blocker, Sartan oder Diuretikum richtig eingestellt? Sind die Werte stabil, z.B. der Bluthochdruck im Griff? Denn: Wenn Sie Ihren Lebenswandel erfolgreich umstellen, ist es möglich, mit geringeren Dosen von Arzneimitteln auszukommen. Gerade bei Medikamenten mit starken Nebenwirkungen ist dies sehr wichtig.

Um den gewünschten Effekt zu erzielen, ist es aber unbedingt erforderlich, die verschriebenen Arzneimittel regelmäßig und in der richtigen Dosis einzunehmen. Sollten Sie mit Rhythmus oder Menge nicht zurechtkommen, besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt. Auch wenn Sie das Gefühl haben, dass es Ihnen besser geht und Sie das Medikament eigentlich nicht mehr benötigen, ändern Sie bitte auf keinen Fall eigenmächtig die Dosis oder Häufigkeit der Einnahme!

Eine gute Rehabilitation nach der Diagnose einer Herz-Kreislauf-Erkrankung steht also auf mehreren Säulen und kann viel bewegen. Auch wenn es nicht unbedingt einfach ist, alle Empfehlungen umzusetzen – es lohnt sich!


Autor: Bianca Hanke, medproduction GmbH, www.medproduction.de
Datum: September 2016
Quellen:
Koronare Herzkrankheit (KHK): Fünf Tipps für eine herzgesunde Ernährung, Abbott Vascular Dt. Selbstverlag, 2014

A. Schlitt: Expertentipps zur Prävention und Rehabilitation, coliquio Infocenter Herz- und Mitralinsuffizienz, Abbott Vascular 2015

Schlitt A, Wischmann P, Wienke A, Hoepfner F, Noack F, Silber RE, Werdan K. Rehabilitation in Patients With Coronary Heart Disease: Participation and Its Effect on Prognosis. Dtsch Arztebl Int. 2015;112:527-34

Wycherley, Thomas P., et al. A High-Protein Diet With Resistance Exercise Training Improves Weight Loss and Body Composition in Overweight and Obese Patients With Type 2 Diabetes, Diabetes Care, 2010
www.dgpr.de

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