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Glossar

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A

+ACE-Hemmer

ACE-Hemmer sind Medikamente, die beispielsweise zur Behandlung von Bluthochdruck oder einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) eingesetzt werden. Auch bei Personen, die bereits einen Herzinfarkt erlitten haben, können ACE-Hemmer zum Einsatz kommen, um einem erneuten Infarkt entgegenzuwirken. Der Name „ACE-Hemmer“ stammt daher, dass diese Medikamente ein Enzym hemmen, das im Englischen Angiotensin Converting Enzyme (ACE) heißt und eine wichtige Rolle in der Regulation des Blutdrucks spielt. Indem ACE-Hemmer den Blutdruck senken, entlasten sie das Herz, denn bei geringem Blutdruck muss das Herz weniger schwer arbeiten, um Blut in den Körper zu pumpen. Typische Wirkstoffe sind Captopril, Enalapril, Lisinopril und Ramipril.

+Angina pectoris (Brustenge, Brustschmerz)

Angina pectoris ist der medizinische Fachausdruck für Brustschmerzen, die plötzlich auftreten und unterschiedlich ausgeprägt sein können, z.B. als dumpfer oder stechender Schmerz, Druck, Brennen oder Unwohlsein. Der Ausdruck Angina pectoris leitet sich vom lateinischen „angere“ für „verengen, erdrosseln“ und „pectoralis“ für „die Brust betreffend“ ab. Ein Angina pectoris-Anfall wird als beklemmend empfunden und kann mit Atemnot bis hin zu einem Erstickungsgefühl sowie Todesangst einhergehen. Ursache der Angina pectoris ist eine vorübergehende Durchblutungsstörung des Herzens, beispielsweise weil die Herzkranzarterien durch Ablagerungen verengt sind (koronare Herzkrankheit). Tritt dieses Symptom zum ersten Mal bei Ihnen auf, rufen Sie sofort den Rettungsdienst, da eine schwere Angina pectoris Anzeichen eines Herzinfarkts sein kann. Wiederkehrende Anfälle von Angina pectoris lassen sich meist durch die Gabe von Nitroglyzerin schnell lindern.

+Aldosteron-Antagonisten

Aldosteron-Antagonisten gehören zur Gruppe der harntreibenden Mittel (Diuretika). Sie blockieren den sogenannten Mineralokortikoid-Rezeptor in der Niere und sorgen so dafür, dass das körpereigene Hormon Aldosteron nicht mehr wirken kann. Da Aldosteron-Antagonisten im Gegensatz zu anderen Diuretika verhindern, dass zusammen mit dem Urin zu viel Kalium ausgeschieden wird, zählen sie zu den sogenannten kaliumsparenden Diuretika. Typische Einsatzgebiete für Aldosteron-Antagonisten sind die übermäßige Bildung von Aldosteron (Hyperaldosteronismus), Kaliummangel, Bluthochdruck (Hypertonie) und Herzschwäche (Herzinsuffizienz). Zu den Aldosteron-Antagonisten gehören beispielsweise die Wirkstoffe Eplerenon und Spironolacton.

B

+Beta-Blocker

Beta-Blocker ist die Kurzbezeichnung für Beta-Rezeptoren-Blocker. Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich hierbei um Medikamente, die Beta-Rezeptoren (β-Adrenozeptoren) blockieren. Diese Rezeptoren binden das körpereigene Stresshormon Adrenalin – Beta-Blocker verhindern die Bindung von Adrenalin und sorgen so dafür, dass das Adrenalin nicht mehr wirken kann. Beta-Blocker verringern dadurch die Pumpkraft des Herzens, vermindern dessen Erregbarkeit, verlangsamen den Herzschlag und senken den Blutdruck. Sie werden daher bei vielen Herz-Kreislauferkrankungen wie Bluthochdruck (Hypertonie), Brustenge (Angina pectoris), Herzschwäche (Herzinsuffizienz) und Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien) eingesetzt. Beispiele für Beta-Blocker, die selektiv auf das Herz wirken, sind Bisoprolol, Carvedilol, Metoprolol und Nebivolol.

C

+Clipping (Mitral-Clip)

Beim sogenannten Clipping werden die beiden Hälften der Mitralklappe mit einer Klammer, dem Mitral-Clip, miteinander verbunden, um eine bestehende Undichtigkeit der Mitralklappe (Mitralinsuffizienz) zu vermindern oder gänzlich zu beseitigen. Vorteil dieser Methode ist, dass weder der Brustkorb geöffnet werden muss noch eine Herz-Lungen-Maschine benötigt wird. Stattdessen wird der Mitral-Clip mit Hilfe eines Katheters über einen kleinen Einschnitt an der Leiste in die dort liegende Vene eingeführt und bis zum Herzen vorgeschoben. Durch dieses minimal-invasive, perkutane Verfahren ist die Prozedur schonender als konventionelle chirurgische Mitralklappen-OPs und eignet sich daher insbesondere für Menschen mit einem erhöhten Operationsrisiko, beispielsweise aufgrund von Begleiterkrankungen oder fortgeschrittenem Alter.

D

+Digoxin (Digitalis-Glykosid)

Digoxin gehört zur Gruppe der sogenannten herzwirksamen Glykoside, kurz Herzglykoside. Diese Wirkstoffe steigern die Pumpkraft des Herzens, während sie gleichzeitig die Herzfrequenz senken – das Herz kann so ökonomischer arbeiten, weil es mit weniger Schlägen mehr Blut weitertransportieren kann. Aus diesem Grund findet Digoxin Verwendung bei Herzerkrankungen wie der Herzschwäche (Herzinsuffizienz) und Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern bzw. Vorhofflattern. Während Digoxin im Fingerhut Digitalis lanata vorkommt, stammt das eng verwandte Digitoxin aus dem Roten Fingerhut (Digitalis purpurea).

+Diuretika

Als Diuretika bezeichnet man Wirkstoffe, welche die Ausscheidung von Urin erhöhen. Solche harntreibenden Mittel kommen beispielsweise dann zum Einsatz, wenn der Körper infolge einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) oder Mitralinsuffizienz zu viel Wasser einlagert und sich dadurch Flüssigkeitsansammlungen (Ödeme) bilden. Mit Diuretika lässt sich dieses überschüssige Wasser ausschwemmen. Diuretika lassen sich je nach Wirkweise in verschiedene Gruppen einteilen, z.B.:

  • Schleifendiuretika wie Furosemid und Torasemid
  • Thiaziddiuretika wie Hydrochlorothiazid und Chlorthalidon
  • Kaliumsparende Diuretika wie Amilorid, Spironolacton und Eplerenon

E

+Echokardiographie

Bei der Echokardiographie handelt es sich um eine Untersuchungsmethode des Herzens, die auf Ultraschall basiert. Der Ultraschallkopf wird dabei entweder auf die Brust gesetzt (transthorakale Echokardiographie) oder in die Speiseröhre eingeführt (Schluck-Echokardiographie, auch transösophageale Echokardiographie genannt). Mittels Echokardiographie kann der Arzt sehen, ob das Herz normal pumpt oder ob Erkrankungen des Herzens und/oder der Herzklappen vorliegen.

+Ejektionsfraktion (EF)

Die Ejektionsfraktion (EF), auch Auswurffraktion genannt, beschreibt, wie groß der Anteil des Blutes ist, das während eines Herzschlags aus der Herzkammer in den Blutkreislauf gepumpt wird (bezogen auf das Gesamtvolumen der Herzkammer). Die Ejektionsfraktion beträgt bei gesunden Menschen ca. 55-70 %; bei bestimmten Erkrankungen des Herzens wie Herzschwäche (Herzinsuffizienz) und Mitralinsuffizienz ist die Ejektionsfraktion oft vermindert. Übliche Verfahren, um die Ejektionsfraktion zu bestimmen, sind die Echokardiographie, die Herzkatheter-Untersuchung und die Untersuchung des Herzens mittels Computertomographie (CT-Angiographie). Der Begriff Ejektionsfraktion leitet sich vom lateinischen „eicere“ für „auswerfen“ und „fractio“ für „Bruch, Bruchstück“ ab.

+Embolie

Als Embolie bezeichnet der Arzt den Verschluss eines Blutgefäßes durch eingeschwemmtes Material. Je nachdem, was das Blutgefäß blockiert, unterscheidet man beispielsweise:

  • Thromboembolie: Verschluss durch ein Blutgerinnsel (Thrombus)
  • Fettembolie: Verschluss durch Fetttröpfchen, z.B. nach Knochenbrüchen
  • Fruchtwasserembolie: Verschluss durch Bestandteile des Fruchtwassers
  • Gasembolie: Verschluss durch Gasblasen (meist Luftblasen), z.B. bei der Taucherkrankheit

+Endokarditis (Herzinnenhautentzündung)

Bei der Endokarditis handelt es sich um eine Entzündung der Herzinnenhaut (Endokard). Eine Endokarditis kann entweder durch die Infektion mit einem Krankheitserreger (infektiöse Endokarditis) oder durch andere Erkrankungen wie rheumatisches Fieber (nichtinfektiöse Endokarditis) verursacht werden. Hierzulande überwiegt die infektiöse Form, da die Zahl von Operationen und damit die Gefahr, sich mit Erregern (meist Bakterien) zu infizieren, zugenommen hat, während das rheumatische Fieber selten geworden ist. Insbesondere das Einsetzen von z.B. künstlichen Herzklappen und Gefäßverbindungen sowie Herzschrittmachern ist mit einem erhöhten Endokarditis-Risiko verbunden – daher kann der Arzt vor solchen Eingriffen vorbeugend die Einnahme von Antibiotika verordnen (Endokarditis-Prophylaxe). Aber auch angeborene oder erworbene Herzfehler können das Auftreten einer Endokarditis begünstigen. Eine Endokarditis geht häufig mit Fieber und unspezifischen Symptomen wie Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und Gelenkschmerzen einher. Wird die Entzündung durch Bakterien verursacht, lässt sich die Endokarditis mit Antibiotika behandeln.

G

+Gerinnungshemmer (Blutverdünner, Antikoagulanzien)

Gerinnungshemmer werden – ebenso wie die Thrombozytenaggregationshemmer – landläufig als „Blutverdünner“ bezeichnet. Allerdings handelt es sich bei den Gerinnungshemmern um Wirkstoffe, welche die Blutgerinnung beeinflussen, weshalb Gerinnungshemmer (Antikoagulanzien) die treffendere Bezeichnung ist. Gerinnungshemmer verhindern, dass sich Blutgerinnsel (Thromben) bilden, welche sich lösen und so lebenswichtige Blutgefäße blockieren könnten (Thromboembolie), und tragen so dazu bei, Schlaganfälle und Herzinfarkte zu verhindern. Gleichzeitig steigt durch die Hemmung der Blutgerinnung aber auch das Risiko für Blutungen, weshalb der Arzt Nutzen und Risiko in jedem Fall sorgfältig gegeneinander abwägt. Je nach Wirkmechanismus lassen sich die Gerinnungshemmer in zwei Gruppen einteilen, nämlich zum einen in direkte Gerinnungshemmer wie Hirudin und die als neue orale Antikoagulanzien (NOAK) bekannten Wirkstoffe Apixaban, Dabigatran und Rivaroxaban, und zum anderen in indirekte Gerinnungshemmer wie Heparine und Cumarine (Vitamin-K-Antagonisten).

H

+Herzinsuffizienz (Herzschwäche)

Bei der Herzschwäche (Herzinsuffizienz) handelt es sich um eine Erkrankung des Herzes, die dadurch gekennzeichnet ist, dass die Pumpleistung des Herzens nicht ausreicht, um den Körper mit genug sauerstoffreichem Blut zu versorgen. Ist hauptsächlich die linke Herzhälfte betroffen, spricht der Arzt von einer Linksherzinsuffizienz – dies ist die häufigste Form der Herzschwäche. Es kann aber auch die Pumpleistung der rechten Herzhälfte eingeschränkt sein (Rechtsherzinsuffizienz), oder beide Herzhälften sind gleichermaßen betroffen (Globalinsuffizienz). Der Begriff Insuffizienz bezeichnet das Gegenteil von Suffizienz und leitet sich vom lateinischen Adjektiv sufficiens ab, was „ausreichend“ oder „genügend“ bedeutet.

+Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien)

Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien) sind ein Sammelbegriff für Zustände, bei denen die normale Herzschlagfolge gestört ist. Herzrhythmusstörungen lassen sich in verschiedene Gruppen unterteilen, beispielsweise nach der Geschwindigkeit des Herzschlags: Schlägt das Herz zu schnell, bezeichnet man dies als Tachykardie, schlägt es dagegen zu langsam, nennt der Arzt dies Bradykardie. Eine andere Unterscheidungsmöglichkeit liegt darin zu beschreiben, wo die Herzrhythmusstörung ihren Ursprung hat: im Vorhof (supraventrikuläre Rhythmusstörungen, z.B. Vorhofflimmern), in der Herzkammer (ventrikuläre Rhythmusstörungen, z.B. Kammerflimmern) oder im Erregungsbildungs- und Leitungssystem (z.B. AV-Block, Sick-Sinus-Syndrom u.a.). Herzrhythmusstörungen lassen sich mit Medikamenten wie Beta-Blockern und Digoxin, dem Einsetzen eines Herzschrittmachers oder eines implantierbaren Kardioverter-Defibrillators (ICD) oder durch gezielte Verödung der erkrankten Region (Katheter-Ablation) behandeln.

+Hypertonie (Bluthochdruck)

Als Hypertonie bezeichnen Mediziner einen krankhaft erhöhten Blutdruck. Normalerweise ist mit dem Begriff Hypertonie der Bluthochdruck in den Schlagadern des Körperkreislaufs gemeint (arterielle Hypertonie), es können aber auch z.B. die Arterien des Lungenkreislaufs betroffen sein (pulmonale Hypertonie). Gemessen wird der Blutdruck in mmHg, was für „mm Quecksilbersäule“ steht – diese Einheit stammt noch aus der Zeit, als Drücke mit Hilfe eines Quecksilber-Barometers gemessen wurden; je höher der Druck, desto höher steht die Säule aus Quecksilber (chemisches Symbol Hg) im Steigrohr des Barometers. Außerdem werden bei einer Blutdruck-Messung immer zwei Werte bestimmt: der höchste Blutdruck-Wert, wenn sich das Herz beim Pumpen zusammenzieht (systolischer Blutdruck), und der niedrigste Blutdruck-Wert, wenn der Herzmuskel sich entspannt und sich die Herzkammer mit Blut füllt (diastolischer Blutdruck). Als optimal gelten Blutdruck-Werte von unter 120/80 mmHg; eine Hypertonie liegt dann vor, wenn der Blutdruck über 140/90 mmHg liegt. Die Folgen eines zu hohen Blutdrucks sind meist nicht sofort spürbar, doch langfristig steigt dadurch das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen wie Schlaganfall, Herzinfarkt oder Herzschwäche (Herzinsuffizienz). Typische Medikamente, die der Arzt bei einer Hypertonie verschreibt, sind ACE-Hemmer, Beta-Blocker, Diuretika und Sartane, eine Veränderung des Lebensstils ist aber ebenfalls sehr wichtig.

I

+Implantierbarer Kardioverter-Defibrillator (ICD)

Ein implantierbarer Kardioverter-Defibrillator (engl. „implantable cardioverter-defibrillator“, abgekürzt ICD) ist ein Gerät, das bei schwerwiegenden Formen von Herzrhythmusstörungen eingesetzt wird. Hierbei ziehen sich die Herzkammern zu schnell zusammen – im Extremfall kommt es zu Kammerflimmern, bei dem das Herz kein Blut mehr weiterpumpen kann. Ein ICD überwacht kontinuierlich die Herztätigkeit und erkennt automatisch, wenn Herzrhythmusstörungen auftreten. Das Gerät kann diese durch Stromstöße unterbrechen, so dass sich die Aktivität des Herzmuskels wieder normalisiert. Das ICD-Gerät wird wie ein Herzschrittmacher implantiert – im Gegensatz zum ICD wird ein Herzschrittmacher jedoch normalerweise bei Patienten eingesetzt, deren Herz zu langsam schlägt, während der ICD bei zu schneller Herztätigkeit zum Einsatz kommt. Sollte bei einem Patienten mit ICD aber das Herz einmal zu langsam schlagen, kann das ICD-Gerät auch wie ein Herzschrittmacher den Herzmuskel durch elektrische Impulse stimulieren. Eine Sonderform der ICDs, die sogenannten Dreikammer-ICDs, verfügen über drei Elektroden: je eine Elektrode liegt in jeder Herzkammer und eine im rechten Vorhof des Herzens. Diese ICDs werden zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT) eingesetzt, bei der die Aktivität des Vorhofs und der beiden Herzkammern aufeinander abgestimmt (d.h. synchronisiert) werden – sie zählen deshalb zu den CRT-Geräten.

K

+Kardiale Resynchronisationstherapie (CRT)

Die kardiale Resynchronisationstherapie (engl. „cardiac resynchronization therapy“, abgekürzt CRT) kommt bei einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) zum Einsatz, wenn diese trotz optimaler medikamentöser Therapie weiterhin Beschwerden bereitet und mit typischen Veränderungen im EKG (verbreiterter QRS-Komplex) einhergeht. Ein CRT-Gerät sorgt dafür, dass linke und rechte Herzkammer zeitgleich, d.h. synchron schlagen. Dadurch verbessert sich die Pumpleistung des Herzens, was sich wiederum positiv auf die körperliche Belastbarkeit und die Lebensqualität auswirkt. CRT-Geräte nennt man auch Dreikammer-Schrittmacher, weil sie über drei Elektroden verfügen: Je eine liegt in jeder Herzkammer, eine dritte Elektrode befindet sich im rechten Vorhof. Da beide Herzkammern (Ventrikel) mit Hilfe des CRT-Geräts angesteuert werden können, bezeichnet man die Geräte auch als biventrikuläre Schrittmacher. Ein CRT-Gerät, das gleichzeitig als Defibrillator dienen kann und somit eine Kombination aus CRT und implantierbarem Kardioverter-Defibrillator (ICD) ist, nennt man CRT-ICD oder kurz CRT-D.

+Katheter

Unter einem Katheter versteht man in der Medizin einen dünnen Schlauch oder ein Röhrchen, das in den Körper eingeführt wird. Der Begriff Katheter leitet sich vom griechischen Wort „καθετήρ“ ab, was „Sonde“ bedeutet. Ein Katheter kann starr oder flexibel sein und aus unterschiedlichen Materialien wie Kunststoff, Silikon oder Metall bestehen. Auch die Funktionen eines Katheters können sehr verschieden sein, es lassen sich damit beispielsweise Organe sondieren, entleeren, füllen oder spülen. Bekannte Katheter-Typen sind:

  • Blasenkatheter: dient zum Ableiten von Urin aus der Harnblase
  • Ballonkatheter: enthält einen kleinen Ballon, der eine Engstelle in einem Gefäß aufdehnen kann
  • Herzkatheter: bezeichnet einen Katheter, der in das Herz oder die Herzkranzgefäße eingeführt wird, um verschiedene Messgrößen wie Blutfluss, Druck, Sauerstoffsättigung, Temperatur oder elektrische Aktivität zu bestimmen

M

+Mitralklappe

Die Mitralklappe ist eine der vier Klappen des Herzens. Sie sitzt zwischen linkem Vorhof und linker Herzkammer und funktioniert ähnlich wie ein Fahrradventil: Blut kann nur in einer Richtung hindurchströmen. Dadurch verhindert die Mitralklappe, dass beim Pumpen von Blut aus der Herzkammer in den Körperkreislauf Blut in den linken Vorhof zurückströmt. Wichtige Erkrankungen der Mitralklappe sind die Mitralstenose, bei der die Klappenöffnung so verkleinert ist, dass das Blut nicht mehr ungehindert fließen kann, und die Mitralinsuffizienz, bei der die Klappe nicht mehr richtig schließt.

+Mitralinsuffizienz

Eine Undichtigkeit der Mitralklappe wird als Mitralklappeninsuffizienz oder kurz Mitralinsuffizienz bezeichnet. Bei dieser Herzklappenerkrankung kann die Mitralklappe nicht mehr richtig schließen, so dass sauerstoffreiches Blut aus der linken Herzkammer in die falsche Richtung, nämlich zurück in den linken Vorhof fließt, statt vollständig durch die Hauptschlagader (Aorta) in den Körperkreislauf gepumpt zu werden. Typische Symptome einer Mitralinsuffizienz sind Kurzatmigkeit, schnelle Erschöpfung, verminderte Leistungsfähigkeit und geschwollene Füße/Knöchel (Ödeme). Wenn Sie vermuten, dass Sie an einer Mitralinsuffizienz leiden, sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Hausarzt über Ihre Beschwerden.

N

+NYHA-Klasse

Der Schweregrad einer Herzerkrankung wie der Herzinsuffizienz oder der Mitralinsuffizienz lässt sich nach verschiedenen Kriterien beurteilen. Ursprünglich von der US-amerikanischen New York Heart Association (NYHA) entwickelt, beschreibt die sogenannte NYHA-Klasse, wie stark die körperliche Leistungsfähigkeit eines Patienten durch seine Herzerkrankung eingeschränkt ist:

  • NYHA-Klasse I: Herzerkrankung bekannt, aber keine Beschwerden → keine Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit
  • NYHA-Klasse II: keine Beschwerden in Ruhe, aber Beschwerden bei alltäglicher körperlicher Belastung → körperliche Leistungsfähigkeit leicht eingeschränkt
  • NYHA-Klasse III: Beschwerden bereits bei geringer körperlicher Belastung, noch keine Beschwerden in Ruhe → körperliche Leistungsfähigkeit stark eingeschränkt
  • NYHA-Klasse IV: Beschwerden bei allen körperlichen Aktivitäten und auch in Ruhe, Bettlägerigkeit

O

+Ödem (Wassereinlagerung)

Das Wort Ödem leitet sich vom griechischen „οἴδημα“ ab, was mit „Geschwulst, Schwellung“ übersetzt werden kann. Dementsprechend bezeichnet der Arzt als Ödem eine nicht gerötete Schwellung, die durch die Ansammlung von Flüssigkeit entstanden ist. Dies passiert, wenn Flüssigkeit aus einem Blutgefäß in das umliegende Gewebe übertritt und sich dort einlagert. Ödeme sind meist nicht die Ursache, sondern die Folge einer Erkrankung, es handelt sich dabei also um ein Symptom. Krankheiten, bei denen Ödeme auftreten können, sind beispielsweise eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz), Mitralinsuffizienz, Nierenerkrankungen, eine Thrombose und Leberzirrhose. Je nach Ort der Flüssigkeitsansammlung unterscheidet man u.a. ein Lungenödem, Unterschenkelödem oder Lidödem. Um die überschüssige Flüssigkeit auszuschwemmen, verschreibt der Arzt häufig Diuretika, d.h. harntreibende Mittel.

P

+Perkutaner Eingriff

Der Begriff perkutan setzt sich aus der lateinischen Präposition „per“ für „durch“ und dem Nomen „cutis“ für „Haut“ zusammen. Ein perkutaner Eingriff ist daher ein Verfahren, bei dem der Arzt sich durch die Haut Zugang zum zu behandelnden Organ oder Gewebe verschafft. Leiden Sie zum Beispiel an einer Mitralinsuffizienz, kommt für Sie eventuell eine perkutane Mitralklappenreparatur (PMKR) in Frage. Hierbei wird ein flexibler, langer Führungskatheter durch eine Vene in die Leiste eingebracht und bis zum Herzen vorgeführt. Mit Hilfe dieses Katheters wird dann der Mitral-Clip an der Mitralklappe angebracht – der Clip verbindet die beiden Hälften der Mitralklappe und sorgt so dafür, dass die Klappe wieder besser schließt. Für diese auch als Clipping bekannte Therapie muss der Brustkorb nicht geöffnet werden und auf den Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine kann verzichtet werden.

S

+Sartane (AT1-Antagonisten)

Sartane sind blutdrucksenkende Arzneimittel, die auch als AT1-Rezeptor-Antagonisten oder Angiotensin-II-Blocker bekannt sind. Der Wirkmechanismus der Sartane beruht darauf, dass sie die Wirkung des Hormons Angiotensin-II herabsetzen. Dieses Hormon sorgt normalerweise dafür, dass sich die Blutgefäße verengen, was dazu führt, dass der Blutdruck steigt. Ist die Bindestelle für das Hormon durch Sartane blockiert, weiten sich die Blutgefäße und der Blutdruck sinkt. Dies entlastet das Herz, so dass der Arzt Sartane nicht nur bei Bluthochdruck (Hypertonie) verschreibt, sondern auch bei anderen Erkrankungen wie der Herzschwäche (Herzinsuffizienz). Typische Vertreter dieser Medikamentenklasse sind die Wirkstoffe Candesartan, Losartan und Valsartan.

T

+Thrombozytenaggregationshemmer

Thrombozytenaggregationshemmer werden genau wie Gerinnungshemmer (Antikoagulanzien) häufig als Blutverdünner bezeichnet, doch diese Bezeichnung ist etwas irreführend, denn ebenso wie die Gerinnungshemmer verdünnen diese Medikamente nicht das Blut. Stattdessen verhindern die Thrombozytenaggregationshemmer, dass die Blutplättchen (Thrombozyten) im Blut verklumpen, d.h. aggregieren. Diese Wirkstoffe werden daher eingesetzt, um der Bildung von Blutgerinnseln in den Schlagadern vorzubeugen (arterielle Thrombose). Häufig verschreibt der Arzt Thrombozytenaggregationshemmer nach einem Schlaganfall oder Herzinfarkt – es hat sich gezeigt, dass durch die Einnahme dieser Medikamente das Risiko für einen erneuten Schlaganfall oder Herzinfarkt deutlich gesenkt werden kann. Der bekannteste Thrombozytenaggregationshemmer ist Acetylsalicylsäure (bekannt unter Handelsnamen wie Aspirin, Alka-Seltzer und Acesal), daneben gibt es weitere Wirkstoffe wie Clopidogrel, Prasugrel und Ticagrelor.

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